Ratenkredite können eine große Hilfe bei der Erfüllung von Wünschen sein. Gleichzeitig haben sie aber auch die Kraft, in die Schulden zu führen. Die Vor- und Nachteile der Kreditfinanzierung halten sich dabei meist die Waage.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Der Ratenkredit und seine Funktionen
Der Ratenkredit ist einer der Klassiker unter den Krediten und vielseitig einsetzbar. Dabei ist es völlig egal, ob er für den Kauf von einem neuen Auto genutzt oder für eine Reise verwendet werden soll: Der Kreditnehmer ist frei in seiner Entscheidung, wofür er das Geld verwendet, so lange es von dem Kreditgeber eine Vorgaben gibt. Spezielle Autokredite beispielsweise bringen meist günstigere Zinsen mit sich, was natürlich auch als Vorteil zu sehen ist. Dafür sind sie darauf begrenzt, nur für den Autokauf genutzt werden zu können.
Bei einem Ratenkredit wird das Darlehen nach Vereinbarung in Raten wieder an den Kreditgeber erstattet. Der Kreditbetrag entspricht dabei nicht dem Betrag, der an den Kreditnehmer ausgezahlt wird, denn hier kommen noch Zinsen mit dazu. Die Raten beziehen sich also auf die Rückzahlung von Kreditsumme plus den Zinsen. Teilweise kommen auch noch Kosten für eine Versicherung mit dazu, wenn der Kreditnehmer diese in Anspruch nehmen möchte.
Gute Gründe für einen Ratenkredit: Wann sich die Finanzierung in festen Monatsraten lohnt
Ein Ratenkredit bietet eine flexible und planbare Möglichkeit, größere Ausgaben zu finanzieren – ganz gleich, ob es sich um private Wünsche, dringende Anschaffungen oder strategische Investitionen handelt. Im Gegensatz zu anderen Kreditformen ist er transparent, kalkulierbar und in vielen Fällen deutlich günstiger als ein Überziehungskredit. Hier sind die wichtigsten Gründe, warum sich ein Ratenkredit lohnen kann:
1. Größere Anschaffungen sofort ermöglichen
Ob neue Küche, Haushaltsgeräte, Möbel oder Unterhaltungselektronik – mit einem Ratenkredit lassen sich Anschaffungen tätigen, ohne erst lange auf das Ansparen des vollen Betrags warten zu müssen. Der Kredit schafft sofortige Verfügbarkeit, ohne die eigenen Rücklagen vollständig aufzubrauchen.
2. Fahrzeugfinanzierung ohne Händlerbindung
Wer ein Auto, Motorrad oder Wohnmobil kaufen möchte, kann mit einem klassischen Ratenkredit unabhängig vom Händler agieren. Oft ergeben sich durch Barzahlung bessere Verhandlungsmöglichkeiten, Rabatte oder der Verzicht auf teure Händlerfinanzierungen.
3. Umschuldung bestehender Verbindlichkeiten
Ein Ratenkredit mit niedrigem Zinssatz kann genutzt werden, um teurere Kredite oder Dispokredite abzulösen. Das spart nicht nur bares Geld, sondern bringt durch eine klare Laufzeit und feste Monatsraten auch mehr Übersicht in die eigene Finanzplanung.
4. Finanzierung von Weiterbildung und Bildung
Berufliche Weiterentwicklung kostet – ob Sprachkurs, Fernstudium oder Umschulung. Ein Ratenkredit ermöglicht es, diese Investitionen in die Zukunft sofort zu tätigen und langfristig vom beruflichen Aufstieg zu profitieren.
5. Finanzielle Spielräume bei familiären Ereignissen
Hochzeiten, Geburten, Umzüge oder auch Renovierungen bringen oft ungeplante Kosten mit sich. Mit einem Kredit in planbaren Raten können solche Lebensereignisse finanziell abgefedert werden, ohne dass es zu Engpässen im Alltag kommt.
6. Unabhängigkeit und Planungssicherheit
Im Gegensatz zu variablen Kreditformen bietet der Ratenkredit eine feste Laufzeit mit gleichbleibenden Monatsraten. Das schafft Sicherheit und ermöglicht eine verlässliche Kalkulation – besonders wichtig für Haushalte mit konstantem Einkommen.
7. Schnelle Verfügbarkeit & einfache Beantragung
Dank digitaler Prozesse ist die Beantragung eines Ratenkredits heute schnell und unkompliziert möglich – oft mit Sofortzusage, elektronischer Unterschrift und Auszahlung innerhalb weniger Tage.
8. Finanzierung unvorhergesehener Reparaturen oder Notfälle
Ob kaputte Heizung im Winter, ein defektes Haushaltsgerät oder eine notwendige Zahnbehandlung – unvorhergesehene Ausgaben können schnell zur Belastung werden. Ein Ratenkredit bietet in solchen Situationen eine schnelle Lösung, um notwendige Maßnahmen sofort umzusetzen, ohne das Girokonto zu überziehen oder Rücklagen vollständig aufzubrauchen. So bleibt die finanzielle Stabilität erhalten, auch wenn es kurzfristig teuer wird.
Die Vorteile von einem Ratenkredit
Bei der Entscheidung für oder gegen einen Ratenkredit ist es immer wichtig, dessen Vor- und Nachteile zu kennen.
Die Vorteile sind:
- Finanzielle Flexibilität
Nicht immer lässt sich das Leben planen und so kann es gut sein, dass man etwas kaufen möchte oder muss, für das gerade nicht ausreichend Geld vorhanden ist. Nun kann man natürlich sparen. Gerade bei dringenden Anschaffungen, wie einer neuen Waschmaschine oder einem Kühlschrank, ist das jedoch oft nicht möglich. Daher kann der Ratenkredit in diesem Fall der Helfer in der Not sein. - Sehr gute Planbarkeit
Wer einen Vertrag über einen Ratenkredit abschließt, der weiß von Anfang an, wie hoch die Zinsen und die Raten sind und wie lange dieser abgezahlt werden muss. Das heißt, es lässt sich mit den vorhandenen Möglichkeiten sehr gut die Kredithöhe planen. Hier muss man sich fragen: Wie viel Kredit kann ich mir leisten? Welche Raten kann ich monatlich abzahlen? Es gibt auch Rechner im Internet die dabei helfen können, genau diese Beträge auszurechnen unter der Angabe der persönlichen Ausgaben und Einnahmen. - Der Ratenkredit als ein Blankodarlehen
Wer einen Ratenkredit in Anspruch nehmen möchte, der muss normalerweise keine Sicherheiten anbieten. Als Sicherheit dienen dem Kreditgeber die SCHUFA-Abfrage sowie das nachweisliche Einkommen. Wenn beides passt, wird der Kredit ohne Sicherheit vergeben. Probleme gibt es nur, wenn Einträge bei der SCHUFA vorhanden sind. Je nach Eintrag können die Zinsen deutlich steigen oder auch der Kredit verweigert werden. Für diesen Fall gibt es Kredite ohne SCHUFA-Abfrage. Mehr Infos gibt es hier bei smava. Es ist jedoch gut möglich, dass der Kredit ohne SCHUFA Sicherheiten verlangt. - Unkomplizierte Beantragung
Relativ einfach zeigt sich die Beantragung von einem Ratenkredit. Inzwischen ist das sogar schon online möglich. In Zeiten der PostIdentifikation braucht es den Gang zur Bank nicht mehr. Inzwischen bieten einige Kreditgeber sogar das VideoIdent-Verfahren an. Über dieses ist es möglich, sich ganz von zu Hause aus auf einen Kredit zu bewerben. Oft muss man für einen Ratenkredit nicht einmal zur Bank, sondern kann diesen direkt bei einem Händler beantragen. Das macht es noch einfacher. Dennoch sollten die Konditionen der einzelnen Anbieter immer gut miteinander verglichen werden, um die besten Angebote zu finden. - Vergleichbarkeit
Damit erreicht man auch schon einen weiteren Vorteil, denn die Ratenkredite sind sehr gut vergleichbar. Dies gilt nicht nur für die Zinsen, sondern auch für die Konditionen, die bei dem Kredit geboten werden, wie vorzeitige Rückzahlung oder ein kostenfreies Referenzkonto. Der Vergleich kann bares Geld sparen, denn teilweise variieren die Zinsen bei den einzelnen Anbietern stark. Grundsätzlich sollte bei einem Vergleich immer auf die Endsumme geschaut werden, denn diese ist es, was verglichen werden muss. Sie beinhaltet alle zusätzlichen Kosten.
Der wohl größte Nachteil ist es, dass es durch Ratenkredite relativ einfach möglich ist, in die Schuldenfalle zu geraten. So nehmen viele Menschen bei unterschiedlichen Anbietern einen kleinen Ratenkredit auf und verlieren dabei die Übersicht. (#02)
Die Nachteile von einem Ratenkredit
Neben den zahlreichen Vorteilen gibt es natürlich auch Nachteile, die bei der Entscheidung für oder gegen einen Kredit mit beachtet werden sollten:
- Die Übersicht verlieren – die Schuldenfalle
Der wohl größte Nachteil ist es, dass es durch Ratenkredite relativ einfach möglich ist, in die Schuldenfalle zu geraten. So nehmen viele Menschen bei unterschiedlichen Anbietern einen kleinen Ratenkredit auf und verlieren dabei die Übersicht. Plötzlich müssen verschiedene Raten bedient werden und es ist nicht mehr möglich, seine regelmäßigen Ausgaben zu zahlen. Die einzige Möglichkeit ist dann die Umschuldung. Hier werden die Ratenkredite zusammengefasst und durch einen großen Kredit abgelöst. Das bringt die Übersicht zurück und macht es einfacher, die Schulden in den Griff zu bekommen. - SCHUFA-Meldung
Wer einen Kredit aufnimmt, der wird auch bei der SCHUFA vermerkt und das gilt für jeden Kredit. Das heißt nicht, dass man deswegen gleich eine schlechte Bonität hat, je mehr Kredite jedoch vermerkt sind, desto schwerer ist es, einen weiteren Kredit zu bekommen. Das ist gerade in Bezug auf eine geplante Immobilienfinanzierung nicht gerade hilfreich. Zudem können die Zinsen steigen, wenn der Score in der SCHUFA deutlich macht, dass es sich hier um einen Schuldner handelt, der bereits einige Kredite hat. - Die Laufzeit
Die meisten Kreditgeber möchten natürlich auch etwas an dem Kredit verdienen und das machen sie nur bei längeren Laufzeiten. Wenn die Laufzeiten zu kurz sind, dann fallen nicht viele Zinsen an. Wer sich auf die Suche nach kurzen Laufzeiten macht, der hat also vermutlich ein Problem. Die langen Laufzeiten bedeuten aber auch, dass man die Raten über einen bestimmten Zeitraum bedienen können muss. Arbeitslosigkeit oder andere Verluste können jedoch dafür sorgen, dass die Raten nicht mehr bedient werden können. Das kann zu Problemen führen. - Die Kosten
Schließlich sind es noch die Kosten, die bei einem Ratenkredit nicht zu unterschätzen sind. Wer eine Sache mit einem Kredit finanziert, der zahlt immer mehr, denn es kommen noch die Zinsen hinzu. Zwar gibt es teilweise auch Kredite mit einer 0%-Finanzierung, beispielsweise bei einem Händler, diese sind jedoch eher selten.
Ein Kredit ist schnell aufgenommen. Zwar ist es heute auch möglich, den Ratenkredit ebenso schnell wieder auszulösen, wenn das Geld da ist. Das ist jedoch nicht der Sinn der Sache. Wer also einen Kredit aufnimmt, der sollte sich gut überlegen, ob er diesen auch auf Dauer tragen kann.(#03)
Die Entscheidung für den Ratenkredit gut überlegen
Ein Kredit ist schnell aufgenommen. Zwar ist es heute auch möglich, den Ratenkredit ebenso schnell wieder auszulösen, wenn das Geld da ist. Das ist jedoch nicht der Sinn der Sache. Wer also einen Kredit aufnimmt, der sollte sich gut überlegen, ob er diesen auch auf Dauer tragen kann. An erster Stelle sollte daher der Überblick über die eigenen Finanzen stehen. Hier ist es wichtig, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und die Ausgaben mit den Einnahmen gegenüberzustellen. Erst nach Abzug aller Kosten bleibt ein Rest und aus diesem Rest ergibt sich dann die Rate für den möglichen Kredit.
Auf der Basis der Rate lässt sich die Höhe des Kredites ableiten. Wer unsicher bei der Berechnung ist, der sollte eine Beratung in Anspruch nehmen. Wenn diese Grundlagen geklärt sind, geht es an den Vergleich der einzelnen Angebote. Hier werden die Zinsen und die Konditionen miteinander verglichen. Vor dem Abschluss des Kreditvertrages sollte zudem entschieden werden, ob eine Versicherung notwendig ist.
Grundsätzlich bringt diese vor allem Vorteile mit sich, aber nur dann, wenn alle Eventualitäten abgedeckt sind durch die Versicherung. Auch aus diesem Grund sollten die Versicherungsbedingungen genau geprüft werden. Passt alles zu den eigenen Vorstellungen, kann der Ratenkredit als schnelle Hilfe optimal für die Finanzierung genutzt werden.
Fazit: Ratenkredite – Chancen nutzen, Risiken kennen
Ratenkredite bieten eine attraktive Möglichkeit, persönliche Wünsche oder notwendige Ausgaben zeitnah zu realisieren – ob Auto, Renovierung, Weiterbildung oder Umschuldung. Die klar strukturierte Rückzahlung in festen Monatsraten schafft Planungssicherheit und Übersicht, was sie zu einem beliebten Instrument der privaten Finanzplanung macht.
Doch so flexibel und hilfreich Ratenkredite auch sind: Sie sollten immer mit Bedacht und Weitblick aufgenommen werden. Wer die monatliche Belastung realistisch einschätzt, auf transparente Konditionen achtet und nur so viel aufnimmt, wie tatsächlich notwendig ist, kann von den Vorteilen profitieren, ohne sich finanziell zu überlasten.
Am Ende gilt: Ein Ratenkredit ist kein Ersatz für dauerhaft fehlendes Einkommen – aber ein sinnvolles Mittel, um finanzielle Spielräume gezielt zu erweitern, wenn er verantwortungsvoll eingesetzt wird.
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